Geheimnisse der Profis: Wie wird ein Rennbob gesteuert?

Veröffentlicht am 10/12/2024 von
Amandine
MUSS DO
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Sie dachten, um einen Bob zu steuern, müsse man sich einfach nur von oben bis unten eine vereiste Bahn hinuntergleiten lassen und im Ziel wie wild auf das Bremspedal treten? Da lagen Sie völlig falsch! Mit den Fingerspitzen zu bedienende Hebel, strategische Fahrlinien, die Rolle des Bremsers … Wir verraten euch alle Geheimnisse der Profi-Bobfahrer (damit ihr sie anschließend in die Praxis umsetzen könnt – ja, ja!).

Die Grundlage: eine hochkomplexe Strecke aus Beton und Eis

Eine Bobbahn ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst: eine Betonkonstruktion, ausgestattet mit kilometerlangen Rohrleitungen, durch die eine Kühlflüssigkeit fließt , und mit Eis überzogen.
Um sie in Betrieb zu halten, sind nicht weniger als zwanzig Personen erforderlich, die völlig unbekannte Berufe ausüben – solche, die man in der Schule nicht lernt… Ab Oktober sind die Kältetechniker dafür zuständig, die Kompressoren in Betrieb zu nehmen und zu überwachen. Die Eisstampfer spritzen ihrerseits Wasser (aus einer nicht trinkbaren Quelle) auf, das sich in Eis verwandelt; anschließend bearbeiten sie jeden Quadratzentimeter von Hand mit einem Hobel, bis eine glatte, perfekt geformte Bahn entsteht.

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Einige Zahlen

  • Die einzige Bobbahn in Frankreich! (7 in Europa, 13 weltweit)
  • Inbetriebnahme 1992 anlässlich der Olympischen Spiele in Albertville
  • 1.507,5 m lang
  • 90 km Rohrleitungen zur Kühlung des Betons
  • 6.800 m² Fläche, die mit Eis bedeckt werden muss
  • 2 bis 40 cm Eisdicke, je nach Bereich
  • Eistemperatur: -0,5 °C an der Oberfläche

Die Steuerung? Mit den Fingerspitzen!

Wie im Kultfilm „Rasta Rocket“: „Balance, Mann, Rhythmus, Mann, zieh eine Spur ins Eis!“ – ein Bob auf Spitzenniveau muss gesteuert werden. Es reicht nicht aus, beim Start einen guten Anschub zu geben und sich dann mit gekreuzten Fingern hinzugleiten, um eine gute Zeit zu erzielen.

Gerade die Finger spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wie beim Gleitschirmfliegen (oder beim Reiten…) dienen sie dazu, die Fahrbahn mithilfe eines Hebelsystems zu steuern: einfache Seile, die mit den schwenkbaren Kufen an der Vorderseite des Bobs verbunden sind. Man muss also sowohl Kraft als auch Präzision beweisen, um genau das Richtige nach rechts oder links zu ziehen und so den Bob auf den Streckenabschnitt zu lenken, der für den Geschwindigkeitsgewinn am günstigsten ist.

Klingt das einfach? Weit weniger, wenn man bedenkt, dass ein Bob bis zu 120 km/h erreichen kann (Geschwindigkeitsrekord auf der Bahn von La Plagne im Bob Racing? 134 km/h!). Man muss schnell reagieren, um die Hebel zu betätigen. Im Winter 24/25 stehen Fahrtrainingskurse auf dem Programm.

Sichern Sie sich schnell Ihren Platz!

Das Geheimnis der besten Piloten: ein bisschen Instinkt und viel Strategie

Die Bobbahn von La Plagne besteht aus 19 Steilkurven, die sich in rasender Geschwindigkeit über eine Länge von 1.500 m und einen Höhenunterschied von 124,5 m (das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 8,29 %) aneinanderreihen. Man kann also sagen, dass man sich dort nicht ohne gründliche Streckenbesichtigung ins Rennen stürzt!

Im Fachjargon spricht man von einem „Track Walk“: auf Deutsch „Streckenbegehung“. Mit Steigeisen an den Füßen studieren die Bobfahrer jede Kurve, jeden Übergang. Sie gehen im Kopf die Abläufe durch, die sie bei rasender Geschwindigkeit ausführen müssen, um die besten Fahrlinien zu wählen, den Reibungsverlust zu minimieren und an Geschwindigkeit zu gewinnen.

Bobfahren ist eine Mischung aus sehr präzisem technischem Wissen, aber auch aus Erfahrung und Gespür. Warum? Weil Entscheidungen sehr schnell getroffen werden müssen und der Körper in der Lage ist zu handeln, noch bevor das Gehirn Zeit zum Nachdenken hat!

  • Möchten Sie einen Piloten in Aktion erleben? Gönnen Sie sich eine Abfahrt im Bob Racing! Als Mitfahrer müssen Sie sich weder um die Steuerung noch um das Bremsen kümmern … Und das ist auch gut so, denn unter dem Druck der Fliehkraft (bis zu 3 g) ist es nicht einfach, klar zu denken!
  • Möchten Sie lieber Ihre eigene Abfahrtsstrategie entwickeln? Lernen Sie , die Bobbahn von La Plagne zu lesen, und setzen Sie Ihre Beobachtungen anschließend beieinem Fahrtraining in den letzten 7 Steilkurven in die Praxis um! Im Winter 24/25 finden Kurse statt – sichern Sie sich schnell Ihren Platz.

3 unverzichtbare Eigenschaften: Konzentration, Präzision … und Engagement!

Die Wahl (und das Einhalten) der bestmöglichen Fahrlinie erfordert vom Bobfahrer große technische Fähigkeiten. Aber auch unerschütterliches Engagement! Das braucht es, um mit über 100 km/h in die Kurven zu fahren und der Mannschaft zu ermöglichen, die wenigen Hundertstelsekunden herauszuholen, die den Unterschied zwischen einem Podiumsplatz und einer Schokoladenmedaille ausmachen.

Die Profis dieser Disziplin trainieren regelmäßig auf der olympischen Bobbahn von La Plagne, um all diese unverzichtbaren Fähigkeiten zu verfeinern und bei internationalen Wettkämpfen Bestleistungen zu erbringen. Der Traum der französischen Bobfahrer? Eine Medaille zu Hause zu gewinnen – bei den Olympischen und Paralympischen Spielen 2030!

Möchten Sie Ihre Nervenstärke auf die Probe stellen? Versuchen Sie bei einem eintägigen Fahrtraining, auf den letzten 7 Kurven der Bobbahn von La Plagne die Stoppuhr zum Rasen zu bringen ! Frühere Teilnehmer haben im Durchschnitt 80 km/h erreicht … Schaffen Sie es, das zu übertreffen?

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Sie sind mutig … haben aber kein besonders gutes Augenmaß? Kein Problem: Steigen Sie in einen „Bob Raft“ ein, ein selbststeuerndes und selbstbremsendes Gefährt, das die Arbeit für Sie entlang der 1.500 m langen vereisten Bahn übernimmt (Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h!).

Kein Bobfahrer ohne Bremser

Das ist Ihnen bei den Olympischen Spielen (oder im Film „Rasta Rocket…“) sicher nicht entgangen: An Bord eines Bobs sitzt eine ganze Mannschaft. Ein Pilot (vorne) und ein Bremser (hinten) im Zweierbob, dazu kommen zwei Anschieber im Viererbob.

Alle Teammitglieder beteiligen sich etwa fünfzehn Meter lang am Startschub, bevor sie sich möglichst flüssig und schnell auf ihre Plätze begeben. Während der gesamten Abfahrt bedient der Pilot die Steuerhebel, während sich die Anschieber leicht nach links oder rechts bewegen, um die Gewichtsverteilung zu optimieren und den Bob auf seiner Bahn zu halten.

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Der Bremser betätigt die Hebelbremsen erst, nachdem die Ziellinie überquert wurde! Erst dann fahren die hinteren Bremsklötze ihre „Krallen“ (im wahrsten Sinne des Wortes) aus, um sich im Eis zu verankern und die „Rakete“ in ihrem Schwung zu stoppen.

Einige Zahlen (im Wettkampf):

  • Länge eines Viererbobs: maximal 3,80 m
  • Breite: maximal 67 cm
  • Gewicht: maximal 630 kg, einschließlich Besatzung

Jetzt sind Sie dran! Übernehmen Sie abwechselnd die Rolle des Piloten und des Bremsers bei einem der im Winter 24/25 organisierten Fahrkurse unter der Leitung von professionellen Bobfahrern.

Wie läuft ein Kurs-Tag ab?

  • Vormittags: Einweisung und Streckenbegehung in Begleitung eines professionellen Piloten, um jede Kurve zu erkennen und die Fahrlinien auszuwählen, die man an Bord einhalten muss
  • Mittag: Mittagessen im Panoramasaal der Olympischen Bobbahn und Bildung der Zweierteams
  • Nachmittag: Zu zweit die Bobs beladen, Aufstellung an Kurve 12 (also 7 Kurven vor dem Ziel)… und dann geht’s ans Eingemachte! Zwei Abfahrten stehen auf dem Programm: eine als Pilot und eine als Bremser.

Reservieren Sie schnell Ihren Platz (ab 16 Jahren) | Im Winter 24/25 finden nur 3 Termine statt.

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